8. Kulturpolitischer Salon:
"Ostmoderne" – Sozialistisches Bauerbe als kulturpolitische Herausforderung
am 30. September 2005 um 20 Uhr in der Oper Leipzig.
Wohnen in Halle-Neustadt – Flanieren durch die Prager Straße in Dresden – Kulturkonsum im Palast der Republik. Handelt es sich um ein ungewolltes Erbe oder um den 'Kultfaktor Ost'? Diktieren Vermarktungszwänge ein romantisierendes Stadtbild oder wird die authentische Konservierung eines städtebaulichen Gesellschaftsentwurfs angemahnt? Die Debatte über den Umgang mit der osteuropäischen Nachkriegsmoderne wird durch starre Fronten geprägt. Obwohl das Thema auch außerhalb von Fachkreisen intensiv diskutiert wird, fehlt bis heute ein unverkrampfter Umgang mit der Nachkriegsmoderne. Wie kann sich eine zeitgemäße Kulturpolitik – abseits ideologischer Befindlichkeiten – in dieser Frage positionieren? Der Kulturpolitische Salon möchte die Diskussion für neue Sichtweisen öffnen.
Die Idee funktionalistischen Bauens hat nicht nur die Optik sozialistischer Städte, sondern vor allem die Lebenswirklichkeit ihrer Bewohner geprägt. Das Podium thematisiert neben ästhetischen und praktischen Qualitäten auch die sozialen Bindungen der Bevölkerung an die Architektur dieser Gestaltungsepoche. Hier geht es um eine differenzierte Sicht auf die Zeit ihrer Entstehung, Gegenwart und Zukunft. Lässt sich die Problematik unter dem Begriff "Ostmoderne" adäquat erfassen? Unter den Aspekten 'Bewertung', 'Identifikation' und 'Image' wird diese Fragestellung kritisch diskutiert: Welche Möglichkeiten, Perspektiven und Instrumente gibt es zur besseren Beurteilung der sozialistischen Moderne? Welche ideologischen, kulturellen, sozialen und (wohn-) psychologischen Kontexte urbaner Gestaltung müssen aus heutiger Sicht berücksichtigt werden? Wie kann sich dieses bauliche Erbe im Standortwettbewerb der Städte – vor allem in Schrumpfungsregionen - behaupten? Vor diesem Hintergrund soll das kulturpolitische Aufgabenfeld skizziert werden. Um den unterschiedlichen Perspektiven aus Theorie und Praxis gerecht zu werden, sind Vertreter aus Kulturpolitik, Wissenschaft und Architektur eingeladen.
Das Podium wird besetzt sein mit:
- Clauss Dietel (Fachhochschule für Angewandte Kunst Schneeberg),
- Petr Pelck (Architekturbüro Hrusa & Pelck, Brno),
- Christine Hannemann (Stadtsoziologin, Humboldt-Universität Berlin)
- Thomas Topfstedt (Kunsthistoriker, Universität Leipzig)
- Dorothee Dubrau (Stadtbezirksrätin für Stadtentwicklung, Berlin-Mitte)
Moderation: Riklef Rambow (Architekturpsychologe, BTU Cottbus)
Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass unsere Sitzplätze begrenzt sind und bei großem Andrang nicht alle Interessierten eingelassen werden können.
Der Einlass beginnt um 19.30 Uhr. Der Eintritt ist wie immer frei.