XV. Kulturpolitischer Salon:
Der Künstler als Ich-AG? Kunst und Existenzsicherung

Dienstag, 10. Juni, 20 Uhr im Konzertfoyer der Oper Leipzig


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Es diskutieren: Prof. Dr. Herbert Grüner (Kunsthochschule Berlin-Weißensee) , Holger Krause (Mitglied des Vokalensembles amarcord, Leipzig), Michael Fischer-Art (Künstler, Leipzig) und Anne-Catherine Coppens (Künstlerberaterin, Berlin)

Die heutige Arbeitswelt ist von intensiven Veränderungen gekennzeichnet. Zentral ist dabei der steigende Anteil an freiberuflich ausgeübten Tätigkeiten, in dessen Folge sich für immer mehr Menschen Phasen der Erwerbs- und der Nichterwerbszeiten nahtlos abwechseln. In der Kunstwelt hingegen ist dies der Normalfall – bildende und darstellende KünstlerInnen und MusikerInnen stellen so gesehen Prototypen der neuen Erwerbsverhältnisse dar. Schon seit dem 19. Jahrhundert, als sich die künstlerische Produktion vom Prinzip der Auftragskunst löste, agieren KünstlerInnen als Einzelunternehmer, deren Erfolg auf den Prinzipien von Mobilität, Flexibilität sowie Parallelarbeit beruht. Doch damals wie heute sind nicht alle Künstler und Künstlerinnen der Herausforderung gewachsen, wirtschaftlich eigenständig zu sein. Viele von ihnen leben und arbeiten unter prekären Bedingungen.

Im Zentrum des Kulturpolitischen Salons soll deshalb die Frage stehen, welche Handlungsmöglichkeiten sich bieten, um die künstlerische Laufbahn erfolgreich zu gestalten und welche Zusatzqualifikationen dafür bereits im Rahmen der Ausbildung vermittelt werden können. Als Podiumsteilnehmer werden Vertreter von Kunsthochschulen, der Arbeitsmarktforschung sowie des Praxisfelds Kunst eingeladen.

In diesem Zusammenhang wird verstärkt Kritik an den Ausbildungsprinzipien der Kunst- und Musikhochschulen laut, die den Aspekt der Existenzsicherung in der Lehrplangestaltung häufig ausblenden. Die Studenten werden angehalten, die Hochschule als Schutzraum zu begreifen, in dem sie sich ausprobieren können – die notwendige technisch-handwerkliche Ausbildung dominiert gegenüber der Vermittlung von betriebswirtschaftlichen und ökonomischen Kenntnissen. Mangelnde Vertrautheit mit den Mechanismen des (Kunst-/Musik-)Marktes erschwert daher in vielen Fällen die Positionierung des künstlerischen „Unternehmens“.

Im Zentrum des Kulturpolitischen Salons soll deshalb die Frage stehen, welchen Spielräumen es einerseits bedarf, um von der künstlerischen Tätigkeit leben zu können und welche Zusatzqualifikationen andererseits dafür bereits im Rahmen der Ausbildung zu vermitteln sind. Als Podiumsteilnehmer werden Vertreter von Musik- und Kunsthochschulen, der Arbeitsmarktforschung sowie der künstlerischen Praxis eingeladen.

Mit dieser Diskussion möchte die Regionalgruppe Sachsen/Leipzig auf eine Entwicklung hinweisen, die vor allem Studierende an den künstlerischen, darstellenden und musischen Hochschulen betrifft, aber auch für Studierende der kultur- und kunstwissenschaftlichen Bereiche von Interesse ist.