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AKTUELL

INFORMATIONEN DES ORGANISATIONSTEAMS DES KULTURPOLITISCHEN SALONS

- Die Regionalgruppe der Kulturpolitischen Gesellschaft beschäftigt sich mit aktuellen kulturpolitischen Fragen und Themen. Sie trifft sich regelmäßig, meistens dienstags, zum sogenannten Kulturpolitischen Stammtisch. Gäste und Interessierte sind herzlich willkommen.

- Unsere nächster Kulturpolitischer Salon findet 2019 in der Oper Leipzig statt.

- Unsere nächsten Treffen finden am 08. M&aum;lrz 2019 im Cafe Grundmann statt.

- Über Veranstaltungen, die schon stattgefunden haben, können Sie sich hier informieren. Archiv

XIX. KULTURPOLITISCHER SALON

KULTURELLE BILDUNG ALS DEMOKRATIEBILDUNG

20.11.2018, 18.00 Uhr, Eintritt ist frei  Oper Leipzig

In Fortsetzung der vom Bundesprogramm „Kultur öffnet Welten“ und dem Landesverband Soziokultur Sachsen e.V. durchgeführten Tagung „Im Osten nichts Neues…? Gesellschaftspolitische Dimension kultureller Bildung in Ost- und Westdeutschland“ am 24.09.2018 in Leipzig wird in diesem Kulturpolitischen Salon die Frage gestellt:

„Was muss Politik tun, um das Demokratiedefizit im Land abzubauen – Was kann kulturelle Bildung dazu beitragen?“

Aus unserer Verfassung lässt sich ein Auftrag zur kulturellen Bildung als Demokratiebildung herleiten: Im Grundgesetz steht zwar nicht explizit, dass Kunst und Kultur gefördert werden sollen, aber das anthropozentrische Weltbild der Verfassung begründet einen Auftrag des Staates, dem Menschen als Individuum und als sozialem Wesen freie künstlerische Tätigkeit, kulturelle Entfaltung und politische Teilhabe zu ermöglichen. Politische Bildung gehört zum Bürgerrecht Kultur. Denn der Staat leistet mit der Kulturförderung einen Beitrag zur Persönlichkeits- und Gesellschaftsbildung. So können Menschen zur Realisierung ihrer Freiheitsrechte ihre individuellen und gemeinschaftsbezogenen Haltungen, Einstellungen und ein Wertebewusstsein ausbilden. Richtigerweise muss der Staat gegenüber der Kunst auf positive Weise zwar neutral sein, doch im Bildungsbereich hat er einen über diese wohlwollende Neutralität hinausgehenden Auftrag, seine eigenen kulturellen Grundlagen, die sich aus der Verfassung ergeben, selbstbewusst zu vertreten und durch die Vermittlung demokratischer Werte, Menschen zu freien, politisch handlungs- und gestaltungsfähigen Bürgern zu erziehen. These: Demokratie ist die einzige politische Grundordnung, die gelernt werden muss – täglich bis ins hohe Alter hinein. (Oskar Negt) Aber Wie? Demokratie zu lernen, bedeutet die Vermittlung der Funktion eines Gemeinwesens. Für die Teilhabe an der Demokratie braucht es neben dem Wissen über den Staat – klassisch die politisch-historische Bildung – auch die Vermittlung von Erfahrung und Anwendungsbezogenheit, die eine affektive Wahrnehmungsdimension beschreiben. Welche Rolle spielt die Kulturelle Bildung für solche Erfahrungshorizonte? Kann kulturelle Bildung Formen der Kommunikation und des Miteinanders als Voraussetzung demokratischen Handelns einüben? Können durch Kulturelle Bildungsprozesse Emotionen angesprochen werden, die Menschen ein Thema intensiver und damit nachhaltiger erfahren lassen. z.B. das Mitgefühl als Grundlage von Gerechtigkeitstheorien? Einen emphatischen Dialog führen als kulturelle Technik?

Begrüßung:

  • Anne Pallas, Landesverband Soziokltur Sachsen e.V.

  • Eine Kooperation mit

      Kulturamt der Stadt Leipzig

      Landesverband Soziokultur Sachsen

      Kultur öffnet Welten

Keynote:

  • I Dr. Eckhard Braun: Zum Auftrag des Staates kulturelle und politische Bildung zu fördern
  • II Prof. Dr. Dieter Haselbach: Wie kulturelle Bildung zur Demokratiebildung wird

  • Es diskutieren:

    • Dr. Eva-Maria-Stange, Staatsministerin Sächs. Ministerium für Wissenschaft und Kunst
    • Dr. Skadi Jennicke, Kulturdezernentin und Bürgermeisterin der Stadt Leipzig
    • Dr. Roland Löffler, Direktor der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung
    • Aline Fiedler, Mitglied des Sächsischen Landtags
    • Prof. Dr. Ulrich Klemm, Geschäftsführer des Sächsischen Volkshochschulverbandes e.V.
    • Uta Karstein, Universität Leipzig, Kultur- und Sozialwissenschaftlerin am Institut für Kulturwissenschaften, wird den Kulturpolitischen Salon moderieren.

XVIII. KULTURPOLITISCHER SALON

SCHÖN, DASS IHR DA SEID! - AUDIENCE DEVELOPMENT IM KULTURBETRIEB

28.Sep.2016, 19 Uhr   Konzertfoyer der Oper Leipzig

Und wer ist eigentlich nicht da? Der gewaltige Eisblock der Nicht-Besucher und Nicht-Teilhabenden in öffentlichen und öffentlich geförderten Kultureinrichtungen schmilzt nicht, das zeigen die Statistiken. Bisweilen hat man eher den Eindruck, dass er wächst. Von Kulturbetriebsleitern wird zuneh-mend ein Rückgang der Auslastungsquote beklagt. Das Publikumsverhalten ändert sich. Events sind überlaufen, bei normalen Vorstellungen in Theatern und Konzerthallen bleiben immer mehr Sitzreihen frei. An Wochentagen herrscht in Museen gähnende Leere. Und dies trotz ausgefeilter Marketing- und Vermittlungskonzepte, neuer inhaltlicher Formate wie Bürger-, Mitmach- und Jugendtheater.

Mit Vermittlungsprojekten aller Art, mit populären und niedrigschwelligen Informationsangeboten, mit Kunst an unkonventionellen Orten, durch die Ausweitung der Soziokultur und nicht zuletzt durch ein stark am Nutzer orientiertes Audience Development sollen neue Publikumskreise gewonnen werden. - Kann so die erkennbar systemische Krise im Kulturbereich überwunden werden? Oder müssen sich etablierte Kultureinrichtungen radikal verändern? Müssen neue Kultur- und Teilhabeformen nicht schnellstens entwickelt werden oder haben die Transformationsprozesse schon längst begonnen?

Über diese Fragen möchten wir in diesem kulturpolitischen Salon gemeinsam mit Expert*innen und Ihnen ins Gespräch kommen. Wir wollen über die Transformation der Kulturszene diskutieren, über neue Publikums- und Interessengruppen, über Funktionswandel und neue Formen kulturellen Lebens, einen dynamisierten Kulturbegriff, der sich weniger am Überkommenen als an der lebendigen und kreativen Gegenwart, an einer de-mokratischen Kultur, an tatsächlichen Publikumssinteressen orientiert und der trotz oder gerade wegen der Diversität in der Gesellschaft auf Kom-munikation, Partizipation und Eigeninitiative setzt.

Der Eintritt ist frei.

Eine Kooperation mit dem   Kulturamt der Stadt Leipzig

Begrüßung: Dr. Skadi Jennicke, Kulturbürgermeisterin der Stadt Leipzig

Es diskutieren:

  • Dr. Thomas Renz, Universität Hildesheim, Forschungsschwerpunkte: Nicht-Besucherforschung, empirische Kulturnutzerforschung
  • Stefan Fischer-Fels, Schauspielhaus Düsseldorf, Leiter Junges Schauspiel
  • Enrico Lübbe, Schauspiel Leipzig, Intendant
  • Mustafa Akça, Komische Oper Berlin, Leiter des interkulturellen Projekts „Selam Opera!“
  • Gisela Staupe, Hygiene-Museum Dresden, Stellvertretende Direktorin und Ausstellungsleiterin
  • Susanne Kucharski-Huniat, Amtsleiterin Kulturamt der Stadt Leipzig, wird den Salon moderieren.